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Liebe Alphornfreunde,
Mit diesem Forum stellen wir Euch eine Plattform zur Verfügung, um Themen welche sich um das Alphorn drehen öffentlich diskutieren zu können.
Wir versuchen dieses Forum für alle offen zu halten, sollte sich jedoch zeigen, dass - wie im alten Forum - Missbrauch betrieben wird, werden wir den Zugang wiederum erschweren müssen.

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Plötzlich versagt der Ton

HU. Hunziker (15.03.2010 21:33):
Ich übe täglich ca. 45 - 60 Minuten das Alphornspielen und dies seit 1 Jahr und 6 Monaten. Der folgend beschriebene Vorfall geschieht nach spielen von 4 - 5 Lieder. Seit einer Woche, mitten im blasen eines Liedes kommen die Töne oberes C, D, E, G nicht mehr. Nach kurzem Unterbruch kann ich dann wieder weiterspielen. Was mache ich da falsch, oder woran liegt es. Das Mundstück ist 18.5, Kessel nicht tief.

TJ-AA (17.03.2010 09:52)
Hallo HU,
Eine "Diagnose" über E-Mail ohne die Details zu kennen wäre wohl vermessen. Soviel kann ich zu deiner Situation schon in Erwägung ziehen, noch ist ja nichts verloren. Vielleicht übst du zu einseitig immer die gleichen Passagen, mit der Absicht Unarten auszumerzen. Nur übt man sich leider so oft erst recht Unarten ein. Oder, du gehst zu steil und hastig an (für Dich) schwierigen Passagen. Vielleicht überforderst du Deine Gesichteinsmuskeln schlicht und merkst nicht, wenn einer dieser Muskeln seinen Dienst versagt oder du dazu spezielle Übungen brauchst. Wenn du zum Beispiel einen Arm beugst, hast du ein paar wenige „Strecker-“ und „Beuger-Muskeln“. Für die Blastechnik werden aber viel mehr Muskeln beansprucht (Auszug aus Wikipedia: „Von den 26 Gesichtsmuskeln des Menschen sind im Wesentlichen 8 für die Mimik verantwortlich“). Davon werden etwa 12 Muskeln für die Mundbewegungen benötigt.
Zu einseitige Beanspruchung der Muskeln kann auch zu Übersäuerung führen. Das Phänomen der übersäuerten Muskeln ist auch Spitzensportlern sehr bekannt.
Ich würde empfehlen, entsprechenden Blasunterricht zu besuchen um dir erst mal eine „Standortbestimmung“ über deine heutige „Blastechnik“ geben zu lassen. Es gibt viele gute Techniken aber nicht alle sind für jede Person geeignet. Darum mache ich heute nur „angepasste“ Alphornstunden für Lernende (siehe: http://www.alphornmusik.ch/downloads/alphornkurs_tj-2008.pdf).
Also, Schritt für Schritt angehen und nichts überstürzen.
Gruss TJ


HU (17.03.2010 20:33):
TJ-AA herzlichen Dank für die ausführliche Stellungnahme. Ich werde eine Standortbestimmung über meine Blastechnik anstreben. Ich denke, dass Th. Juchli der in Aarau wohnt dazu geeignet wäre. Von meinem Wohnort Muhen ist er in Minuten für mich erreichbar.


Chris aus der USA (31.03.2010 20:20):
Drei sachen die mir helfen:
1. Immer langsam aufwärmen. Am besten ist es wenn ich morgens Zeit habe zum aufwärmen und dann am nachmittag richtig üben zu können.
2. Weniger Druck gegen den Lippen.
3. Mehr Luft. Die hohe Noten müssen durch mehr Luft erreicht werden, nicht durch die Lippenspannung.

urs (26.06.2010 19:06):
hallo hu

ich spiele trompete und nebenbei etwas alphorn, meistens nur wenn auftritte anstehen.
ob es bei mir die gleichen probleme waren, weiss ich nicht.
mir hat geholfen, dass ich etwas anderes mache, in diesem fall didgeridoo.
so greifst du nicht auf allfällige ungeeignete muster zurück, da alles ganz anders ist. (über einseitige bealstung wurde schon geschrieben) und doch sind die lippen im spiel, werden bewegt und vor allem: aktiv entspannt (tönt widersprüchlich, scheint aber zu klappen)
gruss
urs

urs (27.06.2010 10:44):
hallo hu

damit es keine missverständnisse gibt: das didgeridoo ist nur für nebenbei, ich spiele immer noch hauptsächlich trompete.
didg wenn es auf der trompete nicht so recht will oder so 1 mal die woche.

gruss
urs

Aurel (18.08.2010 17:30):
Hallo zusammen

ich möchte an dieser Stelle noch einen Geheimtip für gutes Einblasen anbringen. Neben vielen verschiedenen Übungen scheint mir diese für die Lippen die Beste. Ich blase auf dem Alphorn die Basslinie mit den Tönen c und g und singe dazu den "Ranz de vaches" gleichzeitig. Die Intonation für beide Töne ist schwierig aber machbar. Am Anfang braucht es etwas Überwindung bis der Kopf das auch zulässt, die Lippen werden es dir aber verdanken. Ich habe auch festgestellt, dass der Ton nach dieser Übung wärmer und vollner ist.

Also, viel Glück beim Probieren.

Gruss aus dem Alpstein
Aurel Wyser